Wer sich zum ersten Mal mit dem Thema Geldanlage befasst, steht meist vor der Frage, wie er das ganze beginnen soll bzw. mit welchen Anlageformen er den Grundstein legen soll. Das wichtigste ist es, sich im Vorfeld über die Ziele im Klaren zu sein, die mit der Geldanlage erreicht werden sollen.
Auch Anlagedauer, zur Verfügung stehende finanzielle Mittel und in Frage kommende Investmentformen sollten im Vorfeld festgelegt werden. Denn nur, wenn Ziele, Mittel und Wege feststehen, kann überhaupt eine geeignete Strategie zur Geldanlage aufgebaut werden.
Den Grundstein sollten dabei unabhängig von den zur Verfügung stehenden Mitteln und dem Anlagehorizont immer kurzfristig verfügbare und sicher verzinste Anlageformen wie Tagesgeld oder Festgeld bilden. Sie stellen das finanzielle Polster dar, auf welches bei unerwartetem Finanzbedarf jederzeit zurückgegriffen werden kann.
Besonders ein Tagesgeldkonto mit seiner täglichen Verfügbarkeit und der unbegrenzten Laufzeit stellt hierfür eine erstklassige Wahl dar. Über ein Tagesgeldkonto kann der Anleger täglich auf seine Barreserve zurückgreifen und so den Verkauf anderer Investments umgehen, denn meist kommt solch ein zusätzlicher Finanzbedarf unverhofft und zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Darüber hinaus bietet Tagesgeld auch eine attraktive Verzinsung, um als Basis einer Geldanlage dienen zu können. Unverzinst oder zu mickrigsten Zinsen nützt eine Barreserve ja auch keinem Anleger.
Erst wenn diese Basis aufgebaut und mit drei bis sechs Nettomonatsgehältern versehen ist, sollte mit der Auswahl anderer Investmentklassen begonnen werden. Hier empfiehlt es sich dann, sich langsam hochzuarbeiten, also zuerst für eine Basis relativ schwankungsarmer und zinssicherer Investments zu sorgen und riskantere aber dafür auch renditeträchtigere Geldanlagen erst zu einem späteren Zeitpunkt ins Depot zu legen.
Wenn man sich die Depots der meisten Privatanleger anschaut, so findet man dort meist eine absolute Übergewichtung von Spezialitätenfonds oder Themenfonds, aber meist nie eine sichere Basis an Rentenfonds und weltweit anlegenden Aktienfonds. In Zeiten steigender Börsenkurse mag dies auch funktionieren, aber spätestens in Perioden nachhaltiger Kursschwächen werden Anleger mit einer derartigen Depotstruktur die eine oder andere schlaflose Nacht verbringen.
Erst nachdem das Depot mit wertstabilen Investments ausreichend bestückt ist, sollten einzelne Themen oder Regionen über weitere Fonds bzw. Zertifikate abgedeckt werden. Die Königsklasse geschlossener Beteiligungen schließlich sollte erst zum Einsatz kommen, wenn alle anderen Risikoklassen an Geldanlagen bereits ausreichend gewichtet im Depot vorhanden sind, um so für einen Renditeschub sowie eine Stabilisierung der allgemeinen Wertentwicklung des Depots zu sorgen.
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